Home-Story: Warum Svenja überraschend ihr gebrauchtes Haus abreißen musste und komplett neubaute #46
Shownotes
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00:00:27: Das Ungewöhnliche an der Geschichte ist nämlich, dass Svenja das Haus ihrer Eltern übernommen hat, aber während der Planung der Sanierung wurden dann extreme Schadstoffe entdeckt, weshalb sie vor der Entscheidung standen, sanieren wir zu Unsummen das alte Haus oder reißen wir das eigene Elternhaus ab? Also wie ihr euch schon vorstellen könnt, eine echt schwierige emotionale Situation für sie selber, aber natürlich auch für die Eltern.
00:00:57: In dieser Folge erfahrt ihr, welche alten Häuser besonders mit Formaldehyd belastet sind und was es kostet, so ein Haus abzureißen und zu entsorgen, warum sie beim Neubau jederzeit wieder mit Architekten und Bauleiter bauen würde und warum man sich für die Bäderplanung wirklich ganz viel Zeit nehmen sollte. Das tolle ist, dass Svenja euch ganz ganz viele Tipps mitgebracht hat, für
00:01:23: alle die selbst gerade nachdenken zu bauen. Also spitzt die Ohren, wenn ihr Bestandsimmobilien besichtigt und wissen wollt, bei welchen Häusern ihr wegen Altlasten und Schadstoffen aufpassen müsst und wenn euch das Thema Neubau interessiert. Ich begrüße heute Svenja. Schön, dass du dir heute Zeit nimmst für ein Interview. Hallo Anna. Ich freue mich auch. Hallo. Ich stelle dich mal ganz kurz vor. Svenja ist 38 Jahre alt und arbeitet beruflich im Vertrieb und mit ihrem Mann hat sie ihr Traumhaus in Heinsberg, das ist an der holländischen Grenze,
00:02:00: gebaut. Sie hat komplett neu gebaut und wohnen jetzt seit Juni letzten Jahres, also seit einem dreiviertel Jahr schon in ihrem Neubau. Und ja, wir sind ganz gespannt über deine Erfahrungen, die du da gemacht hast in diesem Neubauprojekt. In den Show Notes findet ihr den Instagram Account von Svenja, deko.design.home. Schaut da unbedingt mal rein. Und die Bilder sind von euch wunderschön geworden. Ich bin ganz begeistert. Das ist
00:02:31: absolut modern, ganz wohnlich mit dem schönen Holzboden und so. Also ich finde, wirklich ist es super geworden. Und ja, mich interessieren natürlich immer auch so ein bisschen die persönlichen Geschichten hinter diesen ganzen schönen Bildern und auch die Reise. Also die war ja manchmal vielleicht schön und manchmal auch anstrengend. Und genau, und ich finde das immer ganz inspirierend, was da eigentlich so alles dahinter so passiert ist. Ja und deshalb würde ich die ganze Geschichte gerne mit dir Revue passieren lassen, dass man mal so eine kleine Zeitreise macht. Wann war eigentlich der Zeitpunkt, dass ihr gedacht habt, wir hätten jetzt ganz gern ein Zuhause oder ein anderes Zuhause?
00:03:07: Für mich war eigentlich schon immer klar, dass ich gerne in einem Eigentum, auch in einem eigenen Haus wohnen möchte. Und da war nie jetzt so direkt klar, wir bauen mal neu oder was das mal für ein Haus wird. Und ich habe schon immer den Wohnort meiner Eltern geliebt und damit auch mein eigenes Elternhaus. Ich wollte eigentlich immer unbedingt hier zurück und war dann total happy, dass mein Mann das hier auch so gerne mochte. Und dann ist das halt irgendwann so, über die Jahre unserer Beziehung, auch im Gespräch mit meinen Eltern, die jetzt auch dann eher altersgerecht
00:03:36: dann leben wollten, so gewachsen. Und dann haben die Gespräche angefangen, hier hinzuziehen. Also zurück in die alte Heimat, zurück ins Elternhaus. Und genau, so ist eigentlich unser Angang gewesen ins Eigentum. Ah ja, okay. Das heißt, du bist in der Gegend aufgewachsen und bist dann weggegangen, weil es heißt
00:03:57: ja zurückgehen. Das heißt, du hast wo gelebt? Genau. Ich bin fürs Studium nach Düsseldorf gezogen. Wir haben in Düsseldorf zur Miete gelebt, hatten da auch zwei ganz, ganz tolle Wohnungen. Und dann war halt irgendwie... Irgendwann kommt der Moment, wo man sagt, jetzt muss sich was verändern oder jetzt möchte sich etwas verändern. Und dann haben wir natürlich auch viel trotzdem bei den Immobilienscouts geguckt. Aber wie gesagt, irgendwann kam dann so der Punkt, wo dann mit meinen Eltern einfach dann klar war, wir übernehmen das hier. Ah ja, okay, schön. Okay, super. Das heißt, das ganze Thema Suche war dann eigentlich gar nicht
00:04:31: so akut. Ihr habt nämlich gewusst, wir werden mit dem Grundstück oder dem Haus der Eltern quasi auf dem bauen oder sanieren. Genau, wie war das? Also da stand ja schon dein Elternhaus. Genau. Und dann ging das los. Die Planung, wir übernehmen das Elternhaus. Dann war auch direkt für uns klar, wir brauchen Architekten, wir brauchen Hilfe. Dann haben wir die ersten Architekten uns rausgesucht. Da kann ich auch wirklich nur den Tipp geben, sich im Freundeskreis umzuhören, auf Empfehlungen zu hören, da vielleicht nicht einfach nur Google zu befragen. Wir hatten dann drei Architekten in der engeren Auswahl, mit denen wir auch alle hier vor Ort waren. Und dann war erst mal der Gedanke, wir renovieren das Elternhaus.
00:05:07: Und dann waren die Gedanken, wo kommt die Küche hin, was verändert man, was bei den Bädern, wie gestalten wir die? Also wir waren echt super weit in der Planung, wie wir diese Bestandsimmobilie renovieren. Darf ich ganz kurz fragen, wo deine Eltern da gelebt haben? Sind die da noch drin? Noch im Haus. Die waren zu der Zeit noch in dem Haus. Ah ja, okay. Und dann haben wir uns auch für einen Architekten entschieden. Vielleicht auch da mein Tipp, ja zum einen aufs Baumgefühl zu achten.
00:05:33: Wo matched das gut mit dem Architekten? Dann aber auch zum Beispiel ein Architekt hatte uns am nächsten Tag direkt ein Angebot für die Sanierung über 300.000 Euro glatt geschickt. Da habe ich mich jetzt nicht so gut beraten gefühlt, weil ich dachte, naja, jetzt war eine Nacht, also es ist ja schon sehr viel Geld und kann er das jetzt so schnell sagen? Und bei dem anderen Architekten hat es irgendwie so nicht gematcht und bei dem Architekten fanden wir einfach so toll, dass der uns so naja, ich muss dazu sagen, das Elternhaus meiner Eltern war ein Fertighaus von 1980. Und ich weiß da jetzt halt unheimlich viel drüber, weil das kann ich schon mal vorwegnehmen.
00:06:13: Wir mussten es am Ende des Tages leider abreißen und das ist uns wirklich, wirklich gar nicht einfach gefallen. War das ein Holzständerbau? Genau. Ganz klar. Ah ja, okay. Auch von 1980, also eigentlich schon 40 Jahre alt. Genau, Holzständerbeweise 1980. Unheimlich schön. Ich habe das Haus geliebt mit einem Luftraum und einer tollen Architektur.
00:06:32: Immer noch modern für 40 Jahre alt. Ja, und dann kamen die ersten Anrufe vom Architekten hinsichtlich Schadstoffen. Und da setzte man sich echt mal kurz auf den Popo, weil man davon einfach auch keine Ahnung hatte. Und ich bin dann aus allen Wolken gefallen. Und dann ging das halt weiter, die Recherche. Und vielleicht auch das für alle, das kann man nicht pauschal sagen, über Fertighäuser, aber Fertighäuser bis 1998, 1990, Entschuldigung, sollte man sich wirklich genauer angucken, wenn man überlegt, das zu kaufen. Es muss nicht jedes belastet sein.
00:07:02: Ja. das zu kaufen. Es muss nicht jedes belastet sein. Was ich da auch so schade finde im Volksmund ist dann immer so, ja, Asbest. Es war nicht, also Asbest war auch ein Thema, aber das Hauptthema war Formaldehüt, was halt in den ganzen Zwischenländern verbaut ist. Und ja, dann sitzt man da erst mal und denkt sich, was machen wir denn jetzt? Weil ich wollte dieses Haus nicht abreißen, weil ich es geliebt habe. Du bist komplett bei Null. Also da sind auch ganz viele Tränen geflossen. Und vorm Aldehyd, was hat das für Konsequenzen? Und hattet ihr dann,
00:07:29: wenn ihr da 30, 40 Jahre drin gelebt habt, irgendwie auch ein Gefühl, das hat bei uns irgendwie was gesundheitlich? Zum Glück nicht. Ich habe auch den Architekten da gefragt, ich sage, was machen wir denn jetzt mit diesem Haus? Können meine Eltern da damit weiterleben. Und er sagte auch, es muss nicht immer zwangsweise was passieren. Zum Glück sind wir alle gesund. Es hätte auch sein können, dass jemand das Haus so kauft, wie es ist.
00:07:50: Das war ein schönes Haus. Also nochmal zur Erklärung. Schadstoffe und Altlasten können in unterschiedlichen Bauelementen vorkommen. Von Boden, Holz, Dach, eigentlich überall. Das Wort Altlasten bezieht sich jetzt speziell auf Boden- und Grundwasserverunreinigungen. Ja, und meist gab es vorher auf dem Grundstück irgendjemand, der mit Chemikalien gearbeitet hat. Also oft bei alten Werkstätten oder so. Ja,
00:08:17: wir haben ja auch eine alte Werkstatt saniert und da war es eben auch so, dass der Boden innen und außen mit ganz unterschiedlichen Chemikalien verseucht war. Wir mussten einige Gutachten machen lassen und da sieht man dann wirklich ganz genau, welche Stoffe erhöht sind. Bei uns war das Chromkupfer und Sulfat. Ja und da gibt es eben Stoffe, die das Grundwasser verseuchen oder eben die Luft, dass man es auch ständig einatmet und es gibt auch welche, die einfach im Boden bleiben. aber wenn man den Garten drauf macht und dann das Obst oder Gemüse dann essen will, dann sind halt diese Chemikalien dann im Obst drin. Was ist jetzt der Unterschied zwischen Altlasten und Schadstoffe?
00:08:53: Altlasten sind wie gesagt im Boden und Schadstoffe sind eben in, Schadstoffe sind dagegen giftige oder gesundheitsgefährdende Chemikalien, die in Baumaterialien vorhanden sind. Beispiele sind dafür Asbest, das kennen wahrscheinlich die meisten, aber auch Blei in den Farben, Schimme oder eben auch Formaldehyd. Formaldehyd ist oft in alten Spanplatten, Sperrholz oder anderen Holzprodukten und wird
00:09:22: über die Luft freigesetzt. Das Schwierige ist, hohe Konzentrationen von diesem Formaldehyd können Krebs hervorrufen. Man lebt da ja quasi drin, das heißt, man atmet das den ganzen Tag ein und aus. Es war irgendwann klar,
00:09:44: die Eltern wollten, dass es in den eigenen Händen bleibt. Die Eltern wollten sich auch verändern Richtung altersgerechtes Wohnen. Aber es wollte natürlich keiner, dass das passiert, so wie es jetzt dann passiert ist. Aber es sind dann einfach über viele Gespräche, auch gemeinsam mit meinem Bruder, haben wir dann am Ende die Entscheidung getroffen, dass wir das Haus abreißen und ein neues Haus bauen. Und das ist emotional natürlich ein großer Schritt.
00:10:09: Ja, ist es wirklich. Also viele, viele Gespräche, viele, viele Tränen. Wir haben uns dazu entschieden, den Keller stehen zu lassen, weil ein Keller ist sehr teuer, der Keller ist aus Beton gebaut, also da war jetzt kein Thema mit Schadstoffen. Genau, das war unsere Reise. Und auf einmal steht man da nach einer Sanierungsidee und muss sich mit dem Thema
00:10:31: Hausbau beschäftigen, wovon man natürlich keine Ahnung hat. Und die Frage für mich noch, weil wir haben auch Altlasten gehabt. Also ich habe ein altes Denkmal saniert und da waren die Entsorgungskosten auch so extrem? War das bei euch auch so? Ja, natürlich. Das war sicher auch nochmal beim Abriss dann ein Kostenpunkt nochmal. Und top, die Schadstoffe zu entsorgen. Ja, okay. Und kannst du da eine Größenordnung nennen? Was kostet so ein Haus, so ein Fertighaus abzureißen?
00:11:00: Ja, also da muss man so zwischen 20.000 und 30.000 Euro rechnen. Das ist natürlich schon eine Stange Geld. Ist es. Nur für die Entsorgung, da steht noch nichts. Also da hat man eine Baugrube. Oder in eurem Fall einen alten, leerstehenden Keller.
00:11:15: Genau. Ja, Wahnsinn. Ja, okay. Ja, also bei uns war es auch, also nur auch für die Hörer. Wir mussten den ganzen Innenhof und innen die ganze Erde eineinhalb Meter tief ausgraben und war eben auch Altlasten hatten wir da unterschiedlicher Art. Und wir haben auch ungefähr 20.000, 25.000 Euro nur für die Entsorgung von dieser Erde mit 0:11:37100.000 Gutachten und Sondercontainern und was der Geier dann bezahlen müssen und dann hast du nur eine Grube am Ende. Es war schon echt bitter. Okay, na gut. Aber wir lachen ja beide. Insofern, wir haben es überstanden. Ja, genau. Okay, ja spannende Geschichte, sehr ungewöhnlich. Das heißt, du hast in der Stadt gelebt, in Düsseldorf und für dich war dann irgendwann klar, du willst wieder aufs Land. Was hat so für dich der Vorteil, auf dem Land zu leben?
00:12:10: Also ich sage jetzt mal Land. Ist es Land. Wir wohnen wirklich ganz, ganz, ganz in 3000 Seen Dorf, in einem Waldgrundstück. Für mich war es am Ende eine andere Art der Lebensqualität. Und ich bin wirklich keiner, der sagt, pro Stadt oder pro Land. Ich hätte wahrscheinlich auch, wenn es gegangen wäre, das Gleiche in Düsseldorf gebaut, aber vielleicht jetzt nicht mit in einer Innenstadt. Ich bin jetzt keiner, der sagt, raus aus der Stadt, in einer Stadt zu wohnen, ist das so schrecklich.
00:12:32: Ich sage für mich immer, ich habe jetzt 17 Jahre in der Stadt gelebt, ich habe alle und was die Stadt alles so mit sich bringt. Aber man hat halt hier auf dem Land eine ganz andere Lebensqualität. Jetzt, wenn ich das so sage, mit 38 bin ich noch nicht mehr 18. Mit 18 bin ich grob, als ich hier weggezogen bin und so ein bisschen mehr erleben war. Aber wir genießen das so unheimlich, die Ruhe zu haben, den Wald um die Ecke zu haben, auch tatsächlich ein freistehendes Haus zu haben, ohne direkte Nachbarn in einem Doppelhaus oder in einem Mehrparteienhaus. Man ist wirklich für sich. Mich haben natürlich auch alle gefragt, wie ist das jetzt auf dem Land zu leben?
00:13:11: Jetzt kannte ich es aus meiner Kindheit und Jugend, aber ich vermisse nichts. Ich bin jeden Abend froh, wenn ich nach Hause komme. Es ist sowas, wenn ich zur Arbeit fahre, dass ich fast ein Liebeskummer nach dem Haus hier habe und dem Wohnort. Und die einzigen zwei Dinge, die ich vermisse, sind, sage ich immer, Handyempfang, der ist hier nicht so gut. Okay.
00:13:30: Und mein Blumenladen. Aber das war's. Wir lieben es einfach. Ah ja, okay, cool. Und wie machst du das mit der Arbeit? Machst du viel Homeoffice oder Die Entscheidung zu bauen ist vor Corona, am Anfang von Corona gefallen. Da wussten wir noch gar nicht, dass es mit dem Homeoffice so kommt.
00:13:48: Das heißt, wir sind jetzt viel im Homeoffice, aber wir fahren auch ins Büro. Ah ja, okay. Und das ist von der Distanz auch machbar? 30, 40 Minuten. Und das ist ja auch, selbst wenn man ein Kreuzschirm aus dem Auto. Ja, das stimmt. Ja, spannend. Okay, dann war das quasi gar nicht so wichtig, dass ihr da in der Stadt bleibt, weil das sich beruflich auch ermöglicht hat, sage ich jetzt mal. Okay, das heißt der Neubau, das war eigentlich gar nicht so von vornherein, warst du jetzt nicht Fraktion Neubau, sondern du bist da eigentlich so ein bisschen reingeschlittert in das ganze Thema Neubau.
00:14:25: Was sind denn für dich die Vorteile vom Neubauen? Du hast ja jetzt so beides mal im Kopf durchgespielt. Ja, das stimmt. Naja, also natürlich ist ein Vorteil, man baut es am Ende wirklich so, wie man möchte. Ich glaube, bei jeder Bestandsimmobilie, egal ob es jetzt Elternhaus ist oder nicht, macht man Kompromisse, weil man würde nicht jeden Raum so planen, wie er ist, oder muss da nochmal viel mehr an den Räumlichkeiten verändern. Und das war für uns halt auch so ein Punkt, auch das kann ich nicht pauschal für jedes
00:14:53: ältere Haus sagen, es ist natürlich auch ein wirtschaftlicher Faktor. Das ist jetzt ein neues Haus, wo man auch hofft, dass man 10, 20, 30 Jahre hohe mit diversen Punkten. Da werden zum Beispiel bei dem alten Haus vielleicht nicht direkt die Heizung gemacht, die wäre dann irgendwann gekommen. Ansonsten bin ich auch da weder wie bei pro Stadt- oder pro Landleben. Ich finde beides toll. Ich liebe Altbauten. Ich finde alte Häuser haben ihren Charme, egal wie alt sie sind. Aber es hat natürlich auch Vorteile, Neubau zu machen. Du planst einmal alles, wie du willst. Sei es die Deckenhöhe, sei es die Fassade, die Aufteilung der Bäume, die Höhe der Fenster, wie geht die Türe auf, wo sind die Steckdosen. Also es ist schon
00:15:30: noch mal individueller für einen persönlich. Ich kann jetzt nur von mir sprechen, was ist das Neubau geworden. Der war Neubau geworden. Ich habe auch einen ganz anderen Bezug zu dem Haus, weil man es halt so von der Pike aufgeplant hat. Ja, das verstehe ich. Und es ist auch, ihr habt super schöne Fensterfronten, also ganz lichtdurchflutet geworden, was ja bei vielen Altbauten dann gar nicht so möglich ist. Ah ja, schön. Cool. Auch finanziell müsstet ihr natürlich auch viel überlegen, oder? Also es ist ja, erstmal müsstet ihr überlegen, was können wir als organisieren und dann das ganze nochmal ummünzen mit Abriss, Entsorgungskosten und dann kommt ja nochmal ein kompletter Neubau. Woher habt ihr gewusst, was ihr euch leisten könnt? Wart ihr so
00:16:11: Typ, wir fuchsen uns rein im Internet und lesen uns alles durch oder wir haben uns beraten lassen oder wie seid ihr da vorgegangen? Wir haben uns auf jeden Fall beraten lassen. Also jetzt ist es so, mein Mann hat im vorherigen Job schon in der Finanzbranche gearbeitet. Also das ganze Thema Finanzen ist bei ihm. Das ganze Thema Planung und das sage ich auch gerne gleich noch was zu, da habe ich schon viel rausgesucht. Aber auch das ist alles gemeinsam. Und er hat halt aus der Zeit auch noch einen bekannten Finanzberater, mit dem wir viel gesprochen haben.
00:16:39: Ich glaube, am Ende darf man auch nie unterschätzen, auch eine Sanierung kostet viel Geld. Das wäre eine Kernsanierung gewesen, es stand auch noch ein Kaufpreis dahinter. Und deswegen, ja so kann man das sagen. Also auf jeden Fall beraten lassen und was ich sagen möchte, ich glaube jeder kennt seine Finanzen und seine eigene Situation, was er hat. Und uns war halt auch immer wichtig, uns nicht fürs Haus zu verslaven. Also wir haben schon geguckt, was zahlen wir jetzt an Miete, wie sind so unsere Nebenkosten in Summe,
00:17:10: dass wir da jetzt nicht irgendwie das Vierfache von bezahlen wollten. Und dann ist das, glaube ich, auch für jeden selber eine individuelle Entscheidung. Der eine sagt, ich will das in zehn Jahren fertig haben, die anderen sagen 20, die anderen sagen 30 Jahre. Ich glaube, das muss jeder für sich auch entscheiden. Nur man sollte da glaube ich unbedingt realistisch sein. Also wir sind mit den Baukosten mit einem dicken blauen Auge davon gekommen. Also es ist schon nicht ein bisschen blau, sondern schon ein bisschen dollarblau. Und das war halt, wir sind genau reingerastet in dieses Thema. Holzpreis ist dann geschliegen,
00:17:42: Wärmeverbund ist Thema, teurer. Ich glaube aktuell, das will jetzt vielleicht nicht jeder Zuhörer hören, aber jeder der jetzt anfängt, da ist es glaube ich nicht ein blaues Auge, sondern eher zwei blaue Augen. Das habe ich sehr lange ausgeholt. Man braucht auf jeden Fall einen Puffer und ich glaube auch, man sollte, ich glaube niemand will danach mit Plus Minus Null rausgehen. Und es ist wirklich beim Bauen dieser Puffer, von dem jeder spricht, da dachte ich am Anfang, naja, der Puffer ist da mal, um was Schönes zu entscheiden. Oder mal
00:18:10: hier noch eine schönere Küche oder nochmal eine schicke Couch. Der Puffer geht wirklich ins Bauen. Weil wenn ich eins gelernt habe, und das ist jetzt auch keine Weisheit, das ist auch so im Leben so. Alles, was schön ist, ist teuer. Und das entscheidet man bei jedem Gewerk. Und meine Erfahrung war auch so ein bisschen, es ist ja das eigene Haus, man will ja nicht das pragmatischste, billigste und vielleicht eben wieder belastet mit Schadstoffen irgendwie sich einbauen, sondern man will es ja auch gut und schön und eine gute Qualität auch verbauen. Und dann läppert sich das progewerk immer so in die Höhe.
00:18:46: Genau. Und jetzt blaues Auge, das heißt, habt ihr viel, viel mehr, also ich sag jetzt mal, zehn Prozent mehr, 100, war es doppelt so teuer oder war es nur die Hälfte so teuer? Oder was kann man sich da vorstellen? Wir sind ungefähr bei zehn Prozent gelandet. Und vielleicht erzähle ich auch mal eine Geschichte, das ist mir auch wichtig für alle, die gerade bauen, als das bei uns losging. Das lief alles so geschmeidig durch. Die Rohbau-Ausschreibung war plus minus ein bisschen. Das ist übrigens auch für mich sehr interessant gewesen, dass man gefühlt jeden Abend am Essenstisch mit 1000 Euro um sich schmeißt
00:19:18: und ich gehe nicht jeden Abend irgendwo für 1000 Euro shoppen. Da gewöhnt man sich dran. Ich will gar nicht sagen, dass man die Relation verliert, aber das sind auf einmal normale Gespräche. Bei uns war dann wieder ein Anruf vom Architekten und der hat uns auch wirklich immer sehr gut auf alles vorbereitet. Wo dann kam, der Dachstuhl wird, und die Zahl sage ich jetzt hier auch mal bewusst, 0:19:3715.000 Euro teurer. Und das war wirklich das erste Mal für mich, wo ich echt dachte, boah, krass, also das war, dass diese 15.000 Euro, die waren vielleicht eine schönere Küche oder ein schönerer Sofa, aber nicht ein Dachstuhl, den man nie wieder sieht, der nicht aus Mahagoniholz ist, der gleiche Dachstuhl ist wie vor einem Jahr. Und da weiß ich noch genau, weil das fragen auch viele, hat der Bau was mit eurer Beziehungen gemacht. Das haben wir uns beide mal ganz feste vorgenommen, dass das eben nicht passiert. Und nach diesem Anruf war ich so wütend. Aber ja auch niemandem. Es kann ja keiner was dafür.
00:20:08: Für diese Situation. Weder der Architekt noch mein Mann. Da habest du mal den Dachstuhl weg. Obwohl wir uns mal gefragt haben, kann man ein Flachdach machen, aber das darfst du auch nicht. Ja, das stimmt. Also man ist in so einer gewissen Zwickmühle drin. Das stimmt. Genau. Und das mit dem Alternativlos, das trifft es eigentlich ganz gut. Bevor wir jetzt noch weiter zum Thema bauen gehen, gehe ich noch mal einen Schritt zurück. Ihr habt herausgefunden, wie viel ihr quasi euch leisten könnt, mit welcher Rate. Wir wissen jetzt schon, dass es leider ein bisschen mehr geworden ist, was ja spannend ist. Zum Thema Banken, du hast schon gesagt, dein Mann ist in der Finanzbranche gewesen. Habt ihr euch nur ein Angebot eingeholt oder habt ihr euch mehrere Angebote eingeholt? Mehrere Angebote. Ah ja, okay.
00:21:05: Und dann einfach verglichen und… Ja. Ja, okay. Und die Miete war ungefähr dann auch so… also die Rate, die ihr gezahlt habt, die war dann auch in der, ja, ungefähr da, wo ihr ja auch vorher in Düsseldorf bei eurer Miete… Genau.
00:21:18: Ganz ein bisschen mehr, aber ja. Ja. Aber minimal. Ja. Und Eigenkapital habt ihr auch eingebracht oder wurde das quasi mit dem Grundstück verrechnet? Nein, das haben wir auch eingebracht und da vielleicht auch, ich empfehle dringend so 20 bis 30 Prozent mitzubringen. Also das ist auch so das, was man im Inhalt findet, das ist auch das, wo man uns beraten hat, genau. Das vielleicht, wenn wir die noch bauen wollen. Ja, genau. Und bei den Nebenkosten, die sind ja bei euch quasi dann eigentlich, war das nicht so viel, weil ihr hattet ja nur eine Überschreibung wahrscheinlich mit einem
00:21:50: Notar von deinen Eltern zu euch. Genau. Aber ihr habtet ja keinen Makler und diese ganzen Kosten sind eigentlich alle weggefallen. Genau. Ja, okay, spannend. Ja, genau. Man soll eben 20 bis 30 Prozent Eigenkapital immer dabei mitbringen, um einfach auch einen besseren Zins zu bekommen. Der Zins, seid ihr mit dem noch happy oder war der doch, der war ja quasi ja noch in dieser super Phase. Genau, da haben wir auch noch Glück gehabt, wo ich auch sage, heute wäre das noch eine ganz andere Geschichte. Und ich weiß auch
00:22:18: wirklich von unserem Architekten, dass es gerade Paare gibt, die anfangen, ihr Haus kleiner zu planen. Und ich glaube, das hätten wir Stand heute auch tun müssen. Ja, okay. Und habt ihr den hoffentlich lange gesichert, den Zins? Ja. Okay, gut. Weil das ist, glaube ich, so das Wichtigste aktuell, dass man dann nicht in ein paar Jahren gleich wieder dann auf die 4 Prozent oder was das dann auch immer ist, dann springt und die Rate dann einfach so hoch wird. Okay. Und du hast schon erzählt,
00:22:45: ihr habt euch einen Architekten gesucht. Bei der Architektenwahl hast du schon gesagt, Bauchgefühl ist wichtig und dass man sich irgendwie gut beraten fühlt. Würdest du sagen, also war der aus dem gleichen Ort oder aus der gleichen Region oder war der aus Düsseldorf und ist dann da immer hingefahren? Oder wie habt ihr da das gelöst? Er war eher hier aus der Gegend, also er war eigentlich in der Mitte, in Mönchengladbach, Kreis Heinzberg-Düsseldorf, also eigentlich in der Mitte genau. Und ganz witzig, zufälligerweise war unser Bauleiter aber hier aus dem gleichen Ort, also der war
00:23:13: dann immer vor Ort. Ja, was wahrscheinlichet Geld. Und auch die Bauleiter, wie sagt man, der Bauleitereinsatz sicher auch nochmal. Aber das würden wir immer wieder so machen, weil wir beide berufstätig sind, zum einen, weil wir das zeitlich gar nicht geschafft hätten. Also wir fahren von Düsseldorf 30 bis 40 Minuten. Selbst mit Homeoffice kann ich nicht zweimal am Tag hier die Handwerker kontrollieren. Das ist einer der zeitlichen Aspekte. Das viel Wichtigere für uns, das haben wir jetzt aber in Summe übrigens,
00:23:49: wie lange haben wir überhaupt? Zwölf Monate bis Einzug. Also knappe zwölf Monate vom ersten Stein bis zum Einzug. Die Expertise, die er hat. Man selber hat keine Ahnung. Also alleine, wie er mit den Handwerkern spricht. Wie oft hat ein Handwerker zu uns gesagt, nee, das geht nicht, weil der Bauleiter da und dann geht's doch. Dann hat er Sachen gesehen,
00:24:08: die hätte ich überhaupt niemals nie gesehen, weil ich einfach keine Ahnung hatte. Er hat zum Beispiel oben im Badezimmer, wo die Rohre quer durch den Raum verlegt, da liegen jetzt die Rohre, das ist doch super, geht weiter. Also für mich ist Bauleitung wirklich Zeit und auch ein Expertisefaktor. Ja, also das hat sich auf alle Fälle gelohnt, auch wenn es noch mal ein Aufpreis ist. Also du hast ja gerade vom Bauleiter gesprochen und auch schon vorher erwähnt, dass die Baukosten immer so ein bisschen gestiegen sind. Woher wusstet ihr eigentlich, wo eure Budgetgrenze pro Gewerk ist und wo dann die Schmerzgrenze anfängt? Also wie ist das, wenn man mit einem Architekten zusammenarbeitet? Also es war wirklich tatsächlich das ganze Haus pro Gewerk durchgeplant mit Erfahrungswerten und
00:24:56: zum Glück auch mit sehr realistischen Erfahrungswerten. Also wir haben sehr, sehr viele Gewerke wirklich auf den Eurocent getroffen, weil es einfach realistisch und gut geplant war. Es sind dann manchmal natürlich eigene Entscheidungen, die Dinge teurer machen. Und es sind halt Dinge, die man nicht beeinflussen kann. Holz kann man nicht beeinflussen. Das hat den Dachstuhl betroffen und das hat auf einmal auch den Parkettboden betroffen. Der Parkettboden war berechnet mit, ich glaube, 115 Euro pro Quadratmeter inklusive Verlegung.
00:25:25: Das ist auch so ein Punkt. Wenn man sieht, da ist ein Paketboden für 70, 80 Euro pro Quadratmeter berechnet, dann ist das schon sehr unter Boden. Aber die Verlegung kostet halt auch nochmal. Und dann sind wir sogar mit dem Architekten, wir sind da wirklich toll betreut worden und auch immer begleitet worden, mal in die Ausstellung. Nicht, dass wir das brauchen, wir haben einen eigenen Geschmack, aber die gucken nochmal mit einem anderen Auge einfach drauf, weil sie die Profis sind.
00:25:48: Und da war ich noch bei unserem Architekten selber erschrocken, wo auch auf einmal die Parkettbodenpreise liegen, weil Holzboden. Und ich mache jetzt hier ja keine Werbung, aber da, wo wir unseren Boden gekauft haben, die sagten uns, dass sie momentan wöchentlich die Preisschilder austauschten. Dann war der Parkettboden auch teurer, das Wärmeverbundsystem war teurer. Wo man Dinge wirklich selber entscheidet und wo man vorher noch mal tiefer reinschauen sollte in so eine Planung, ist auch das Thema Badezimmer. Es ist schon ein Unterschied, die Keramik, will man das Waschbecken oder das, welches WC möchte man, welche Armaturen möchte man. Da wurde auch sehr realistisch
00:26:26: geplant. Dann ist aber wieder der eigene Geschmack ein anderer. Also ich will jetzt gar nicht sagen, der Architekt hat das nicht gut geplant. Das war gut geplant, aber da hatten wir einfach einen teureren Geschmack, sage ich jetzt mal. Und da haben wir auch gesagt, komm, Bilder bleiben länger. Das sind natürlich Sachen, auch für alle, die jetzt gerade anfangen zu planen. Ich habe am Anfang diese Kosten bekommen pro Gewerk. Ich sage mal, das sind 20 Gewerke, das sind 9 Seiten und du guckst immer nur unten auf die Summe. Ah, ist im Budget. Weil du hast ja keine Ahnung, was kostet ein Dachstuhl, was kostet ein Badezimmer.
00:26:54: Ich will jetzt gar nicht sagen, studiert es noch mehr. Wir haben es gut studiert, mal nochmal an, was da ungefähr angesetzt ist. Das war bei uns so ein Showstopper. Ah ja, okay. Und Badezimmer, habt ihr dann die Sachen bei so einer Ausstellung bestellt oder versucht auch Einzelstücke übers Internet günstiger zu beziehen? Mix aus beidem. Bei dem Internetbezug, und da gibt's ja, glaube ich, zwei namhafte Firmen, da spalten sich die Geister, weil die Sachen nur bis zum Bordsteiner geliefert werden. Jetzt eine Badewanne am Bordstein, die muss dann auch erstmal ins Haus und die muss dann auch nach oben.
00:27:32: Und wenn dann was kaputt geht, wer ist dafür verantwortlich? Deswegen ein Mix aus beidem. Wir haben tatsächlich über unseren Sanitärhandwerksunternehmen, darüber haben wir die meisten Dinge bezogen. Aber da auch immer sprechen. Wir haben dann zum Beispiel die ganzen Armaturen selber bezogen. Also dass man da immer fragen. Ja, weil ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass die Margen da immer weg sind,
00:27:57: wenn man in so eine Ausstellung geht und das dann mal im Internet so nachvergleicht und denkt sich, wow, da kann ich mir nochmal ein Bad einrichten. Und wir haben eben auch versucht, dann so ein Mix durch Verhandlungen hinzubekommen, um einfach dir da sehr viele Gedanken gemacht hast. Kannst du da nochmal so deine Erfahrungen berichten und vielleicht auch, welche Tipps du da geben kannst? Also ein Tipp und dafür haben wir unseren Architekten auch so geschätzt, ist, geht nicht los und sagt, ich brauche ein 200 Quadratmeter großes Haus oder ein 300 oder ein 150. Geht los und überlegt, was ihr für Räume braucht. Und darum das Haus bauen.
00:28:46: Ich glaube, manche sind dann auch so, ich will es nicht sagen, so in Größenwahn. Wir haben wirklich überlegt, wie wollen wir leben? Welche Räume brauchen wir? Wie leben wir gerade? Und wichtig ist, glaube ich, immer, auch so alltäglich Bewegungen durchzugehen. Wie bewegt man sich?
00:29:02: Wie lebt man gerne? Wie guckt man auch Fernsehen? Wo braucht man Fernsehen? Wie möchte man die Küche? Muss ein Schlafzimmer groß sein? Ja, nein. Will man eine Ankleide haben? Wie ist die Aufteilung der Bäder? Also, das haben wir viel gemacht. Dann habe ich auch wirklich viel nochmal, also wir haben natürlich dann Grundrisse vom Architekten bekommen. Jetzt weiß ich nicht mehr, wie das heißt. es ist ja, glaube ich, Maßstab 1 zu 10, dann wird das immer konkreter. Auch dringend in der Wohnung, also da, wo man dann noch lebt, in der Planung auch mal Dinge abkleben, um eine Vorstellung zu haben. Was heißt jetzt
00:29:33: dreimal vier Meter oder ist es besser, wenn es vier mal drei ist? Dann aber auch wieder immer mal gucken, wie tief sind Schränke, wie tief sind Regale. Wirklich schon am besten überlegen, wie will man die Räume auch einrichten. Jetzt nicht, dass man schon weiß, der Schreibtisch ist so und so groß, aber wo soll der Schreibtisch stehen. Ich weiß noch, wir sind losgezogen, haben gesagt, wir wollen viele Fenster. Dann haben wir den ersten Plan bekommen mit vielen Fenstern. Dann habe ich irgendwann gedacht, ich lebe ja dann in einem Glaspalast. Also dann auch zu überlegen. Und nicht zu viele Fenster, man braucht ja auch mal ein paar Wände zum Stellen. Mein allerwichtigster Tipp ist wirklich Zeit nehmen. Und das ist das allergrößte, was ich auch lernen muss, das Thema Geduld. Weil ich wollte am liebsten in zwei Wochen jetzt die Pläne fertig und die Baugenehmigung und dann geht's los.
00:30:15: Wir haben am Ende sechs Monate Grundrisse geplant und das war auch gut so. Und wir haben noch, als dann das Haus hier nicht mehr stand und die Bodenplatte dann war, da haben wir zum Beispiel das mal abgeklebt, die Räume. Und da haben wir noch gemerkt, dass wir die Küche nicht zu lange geplant hatten. Also guckt immer, also am besten immer gucken, so realistisch wie möglich, sich das nochmal irgendwo aufzuzeichnen. Ach, das finde ich ja spannend mit dem Abkleben.
00:30:40: Also wir haben das auch so ein bisschen gemacht, wir haben es saniert, aber trotzdem bei den Bädern haben wir uns das dann noch mal die Duschwand reingestellt, schon vorher als Brett und auch die Anschlüsse so nachgestellt und den Waschtisch und dann geguckt, kann man da jetzt bequem durchgehen oder fühlt sich das eng an? Weil auf dem Papier war das immer so, keine Ahnung, ob das jetzt passt, ob man sich da wohlfühlt. Also dieses Wohlfühlen und diese Dimension einschätzen, wie breit brauche ich jetzt einen Durchgang, dass ich da zu zweit ... Oder wie breit muss ein Waschtisch sein,
00:31:11: wenn man nebeneinander Zähne machen will? Das haben wir eben auch alles versucht, immer so im Realen dann eben auch so abzumessen und auch so mit Brettern und so ein bisschen nachzubauen und ihr habt das ja abgeklebt, finde ich auch super. Genau, ich glaube, das ist einfach ganz was anderes, das auf dem Papier zu sehen und nochmal in Real. Also ich glaube, das ist immer so die große Überraschung, wenn man sich dann in sein zukünftiges Bad reingeht und merkt, okay, die Stelle ist doch ein bisschen eng geworden oder so. noch mal. Sind Sachen schief gegangen? Hattet ihr so ein paar Herausforderungen?
00:31:46: Also jetzt mal abgesehen von dem am Anfang mit den Schadstoffen. Wir haben zum Glück keine großen Baufails und auch keine Baufails, die nicht korrigiert wurden. Also wir hatten zum Beispiel, dass der Sanitär die Armaturen auch an so einem Doppelwaschtisch falsch rum angebracht hat. Und dann habe ich da angerufen, das ist doch alles nicht symmetrisch und falsch rum. Dann hieß es, das geht nicht anders. Da bin ich auch wieder froh um die Bauleitung,
00:32:10: weil du akzeptierst ja erst mal, es geht nicht mehr. Das akzeptiere ich auch im normalen Leben. Das heißt, es konnte nachher geändert werden. Das hatte dann zur Folge, dass noch mal alle Fliesen abgeklop, dann mussten die Fliesen nachbestellt werden. Die hatten vier Wochen Lieferzeit. Also es hat halt immer so kausal Zusammenhänge. Aber ansonsten ist hier wirklich kein, da hatten wir richtig Glück, kein Baufeld. Also nichts, was nicht korrigiert werden konnte. Ich habe nur gesehen, euer Waschbecken war irgendwie, die Armaturen waren nicht richtig
00:32:39: mit dem Waschbecken. Genau, die waren halt verdreht und deswegen musste das alles nochmal abgeklopft werden. Die waren nicht mittig zum Fliesenspiegel und spiegelverkehrt. Ach so, jetzt spiegelverkehrt. Okay, also genau, für die Hörer vielleicht nochmal, also ihr müsst euch ein Waschbecken vorstellen und man erwartet ja dann eigentlich symmetrisch ausgerichtet die Armatur und die war quasi ein ganzes gutes Stück versetzt, schief daneben und es sah ein bisschen schräg aus und da mussten sie alles nochmal aufklopfen. Also habe ich mir schon gedacht, weil das sah wirklich ein bisschen ungünstig aus. Ja.
00:33:10: Okay. Das möchte ich auch mal kurz sagen, das Thema Steckdosen. Alle sagen ja viele, viele Steckdosen. Ich würde fast sagen, ihr seid ein bisschen zu viele, weil ich mich da sehr habe von der Einflussleistung vieler viele, viele Steckdosen. Manche Sachen, das werdet ihr auch alle erleben, wenn ihr baut, kann man sich einfach auch nicht vorstellen, auch mit der größten Vorstellungskraft. Ich habe zum Beispiel im Flur den Stecker links um die Ecke geplant gehabt, da steht
00:33:34: aber jetzt die Garderobe vor, also musste der auf die Wand davor noch versetzt werden. Das ging dann zum Glück noch, weil alternativ wäre gewesen, den Schrank was wegzurücken. Genau, einfach so realistisch wie möglich die Abläufe durchgehen und schon mal überlegen, wo Möbel stehen. Aber keine schlimmen Baufälle sonst, ne. Ja, also der Bau wurde ja dann 10 Prozent teurer, was ja schon mal bei einer riesigen Summe eine ordentliche Summe ist. Kann man da irgendwelche Tipps geben? Also Clubpuffer einplanen? Ich glaube, wir hatten jetzt tatsächlich das Glück, dass auch noch die Corona-Phase war, dass man natürlich nicht die Urlaube gemacht hat wie früher, wodurch wir dann halt auch wieder da Geld sparen konnten.
00:34:10: Ich habe gefühlt in der Bauphase und auch eigentlich immer noch kaum bis gar keine Kleidung gekauft, wo ja auch irgendwo immer so Nebenkosten sind. Damit erspart man sich keine 10.000 Euro, das weiß ich auch. Aber es ist glaube ich ansonsten wirklich schwierig, da einen Tipp zu geben. Immer Preise vergleichen. Wir haben als das mit dem Dachstuhl kam wirklich da nochmal links und rechts geguckt. Nur wir haben auch gesagt, alles was bleibt, machen wir.
00:34:35: Und wir haben dann auch keinen Tag mit. Wir haben ja diesen interessanten Dachvorsprung, den hätte man wegmachen können, dann wäre es günstiger gewesen, aber das wäre für uns ein Kompromiss gewesen, den wir nicht angehen wollten. Habt ihr dann bei der Inneneinrichtung ein bisschen gespart, dass ihr gesagt habt, ja, dann den schönen Stuhl oder die Couch, die kommt halt dann einfach mal später? Genau, wir mögen unsere Möbel noch sehr gerne, weil wir recht klassisch eingerichtet sind. Das ist übrigens auch ein Tipp von mir, nicht so viel vorher kaufen. Erst mal einziehen, erst mal das alles wirken lassen und dann in Ruhe noch ein, zwei Wochen auf der alten Couch sitzen
00:35:08: und irgendwann weiß man dann, welche Couch dahin muss, weil man die Räume gar nicht, also man muss die Räume mal erlebt haben. Was bei uns natürlich gelitten hat und das wäre glaube ich ohne Preissteigerung so, das dann meistens das ganze Budget aufgebraucht ist. Und auch da, das wächst dann über die Jahre. Auch da muss ich mir selber wieder Geduld beibringen, weil ich hätte gerne schon weiter.
00:35:40: Wir sind wirklich schon weit dafür, dass wir kein Jahr hier drin sind. Das weiß ich auch. Das weiß ich auch. Punkt. Genau. Ah ja, okay. Also dann einfach in den letzten Gewerken so ein bisschen gespart, was jetzt quasi den Einzug nicht verhindert, sondern einfach so ein bisschen einfach das Wächst und Gedeiht dann quasi noch, während man dann drin lebt. Und die manchen Möbel kann man auch besser auswählen, wenn man dann schon drin lebt und genau weiß, wie sich die Räume anfühlen und die Abstände und das ganze Wohngefühl auch ein bisschen
00:36:09: besser einschätzen kann. Ja. Okay, super. Was ich noch fragen wollte, habt ihr irgendwie Förderungen bekommen oder habt ihr ein Energieeffizient gebaut oder irgendwie so in die Richtung? Wir haben Energieeffizient gebaut, tatsächlich ohne Förderung. Die einzige Förderung, die wir bekommen haben, aber das ist marginal, ist für eine Wallbox. Aber das ist jetzt vernachlässigend.
00:36:34: Wer sich jetzt gerade fragt, was ist denn eine Wallbox? Wer den Begriff nicht kennt, eine Wallbox ist eine Ladestation für Elektrofahrzeuge. Und diese Ladestation ist meistens an der Wand installiert. Und für den Einbau einer Wallbox konnte man eben vor einiger Zeit eine KfW-Förderung bekommen. Aber leider ist das Programm bereits ausgelaufen. Und altersgerecht bauen habt ihr da schon in die Richtung auch vorgedacht? So mit Schwell los? Nicht wirklich. Also nicht wirklich, aber man könnte im Erdgeschoss leben,
00:37:13: weil wir auch im Erdgeschoss noch eine Dusche haben und hier noch einen extra Raum haben. Genau. Ah ja, okay. Also es wäre möglich, dass man quasi das auch im Alter dann gut bewohnen kann, ohne dass man es groß umbauen muss. Ja, wie habt ihr denn als Paar so diese Bauphase zusammen erlebt? Ihr arbeitet ja beide Vollzeit, das heißt, ihr habt das quasi alles on top gemacht und dann war parallel ja auch noch Corona. Wie seid ihr da so emotional durchgekommen? Wir sind da emotional zum Glück sehr, sehr gut durchgekommen,
00:37:45: weil wir zum einen einen sehr gleichen Geschmack haben. Also es ging nie darum, dass der eine sagte, das muss schwarz, das muss weiß oder ich will gelb, ich will blau. Also wir haben einen sehr ähnlichen Geschmack und wir ergänzen uns da sehr gut. Und wir haben auch wirklich viel zusammengeplant. Viele Samstage sind auch drauf gelangt, als man dann auch wieder in Ausstellungen fahren durfte. Es war immer so ein Gemeinsam. Es ist natürlich so, weil ich einfach wahnsinnig affin für das ganze Thema bin. Ich habe schon
00:38:15: viel recherchiert. Ich habe dann zum Beispiel drei Lampen ausgesucht, aber ich habe da nicht einfach gesagt, die Lampe wird, sondern wir haben dann gemeinsam entschieden, welche es wird. Also ich würde sagen, in die Recherche mancher Sachen ist von mir mehr Zeit geflossen, aber die ist von mir sehr gerne da reingeflossen. Und dann wurden einfach Entscheidungen gemeinsam getroffen. Ich finde da wichtig, dass man offen ist, auch für die Ideen des Partners. Also zum Beispiel, das ist mein Lieblingsbeispiel hier bei diesem Haus, ich wollte nie, und du hast es hier schon angesprochen, diesen schönen Boden, ich wollte nie Wahlfischgräbepaket, was wir hier in der Abgeschoss haben. Als ich die ersten Bilder
00:38:52: gesehen habe, habe ich gesagt, was ist das für ein gruseliges, unruhiges Bild, mein Mann fand es Und dann waren wir in einer Ausstellung, wo wir ihn am Ende auch gekauft haben. Und da war dann eine ganz tolle Beraterin, die das auch nochmal in mehreren Räumen gezeigt hat. Und die hat am Ende zu mir gesagt, jetzt schicke ich sie mal mit dem Gedankenweifel spät nach Hause und dann gucken sie einfach weiter. Und so ist das dann gewachsen. Also wenn man nicht so will, kann man glaube, wichtig ist, ruhig zu bleiben. Also wie ich gerade eben schon mal erzählt hatte,
00:39:28: wenn es dann doch mal ein bisschen wilder ist, einfach vielleicht eine kurze Auszeit nehmen. Irgendwie, das sollte man natürlich eh tun, die Wut am falschen Menschen auslässt, egal ob es jetzt der Partner ist oder die Familie. Und da einfach achtsam miteinander umgehen. Natürlich hat das ja auch mal geruckelt, wenn du da ein bisschen auch eine Eigenleistung gemacht hast. Es gibt schönere Samstage, als im Keller zu streichen.
00:39:48: Aber ich glaube, man muss da einfach auf sich aufpassen und sich auch mal Auszeiten davon nehmen. Auch mal bewusst sagen, auch wenn das allgegenwärtig ist, allgegenwärtig ist das ganze Jahr, über das man baut, vielleicht einfach auch mal am Sonntag sagen solltest du mal Ruhe im Haus. Ja, weil man auch viel Dinge besprechen muss und viele Entscheidungen auch fällen muss. Vor allem, wenn man eben so individuell baut wie ihr und nicht irgendwas von der Stange nimmt. Genau, und da muss man eben mehr Zeit investieren.
00:40:18: Und das kann natürlich dann auch schon nervig werden, vor allem, wenn man so beruflich auch so ausgelastet ist. Und habt ihr auch Entscheidungen getroffen, was jetzt das Bauen an sich also anging? Zum Beispiel, ich sage jetzt mal Kanal, musstet ihr da auch Sachen entscheiden? Oder habt ihr da die Entscheidung auch ganz viel an den Architekten abgegeben? Also wir hatten zum Glück, die viele Entscheidungen waren schon getroffen, weil einfach der Bestandskeller vorhanden war. Also da war ganz viel vorgegeben, was aber auch Vor- und Nachteile hatte.
00:40:50: Also wir haben nicht auf einer blanken Bodenplatte geplant. Es war immer klar, da ist die Kellertreppe und darum mussten wir planen. Also das war nicht ganz... Da habe ich auch eine lustige Geschichte aber wo ich einen Tipp geben kann. Wir haben eine Regole im Garten und ganz ehrlich, von morgen, ich wusste nicht mehr, was ist jetzt eine Regole? Also ich habe das Wort schon mal gehört.
00:41:09: Kannst du es mal erklären für die Hörer, die es auch nicht wissen? Na ja, Regole, das kann ich nicht sehr gut erklären. Das fängt am Ende ja das Regenwasser auf im Garten und das versickert da wie in so Um die Regole zu reinigen, brauchst du einen Betondeckel, also einen Betonschacht zu der Regole. Dann waren wir auch kurz vor Einzug und haben uns gefreut, geht draußen weiter, jetzt kommt die Regole. Dann war hier mal für einen Tag wie ein Swimmingpool, die Regole ausgehoben, dann war der wieder zu. Und dann waren wir mal mitten auf dem Rasen dieser Regolendeckel.
00:41:36: Wo ich auch heute sage, die gucken halt nicht auf ästhetisch, wo ist jetzt der Deckel, aber der Deckel ist ja da. Das sind so Sachen, da ist man einfach naiv. Ja, okay. Okay, das heißt, euer Garten ist geziert von so einem Gullydeckel. Genau. Der ist mit Kunstrasen abgedeckt, damit er zumindest grün ist. Ah ja, okay.
00:42:05: Ja, dann ist es fein. Sehr schön, okay. Rigole, fragt ihr euch vielleicht? Eine Rigole ist ein unterirdischer Kanal oder ein großer Behälter, das das Wasser auffängt und speichert, damit es eben nach so einem starken Regen nicht überall herum fließt. Die Regole besteht aus einem tiefen Loch im Boden, das dann mit Steinen oder Kies gefüllt wird und wenn es dann regnet,
00:42:32: dann fließt das Wasser da rein und sammelt sich dort und nach einer Weile versickert es eben langsam im Boden. Wie geht es denn deinen Eltern jetzt mit dem Haus? Denen geht es gut. Die gehen da ganz toll mit um. Die haben eine schöne neue Wohnung und die sind einfach froh, dass es noch hier erhalten geblieben ist. Die kommen auch ganz viel hin. Die haben jetzt einen kleinen Hund, der flitzt hier gerne durch den Garten. Die genießen, dass wir so nah bei ihnen sind. Deswegen, es war mit Sicherheit nicht leicht für uns alle.
00:43:08: Aber mein Vater hat irgendwann gedacht, es ist am Ende nur ein Haus. Da war der andere Hund verstorben, für ihn war schlimmer, als der Hund gestorben ist. Das stimmt auch, es ist nur ein Gegenstand und kein Lebewesen. Aber es war nicht einfach. Ja, das glaube ich. Aber die wohnen jetzt in der Nähe und besuchen euch und haben das quasi auch mit euch überwunden,
00:43:31: sage ich mal, das ganze Thema. Würdest du sagen, der ganze Stress hat sich gelohnt? Ja, ich würde es immer wieder machen. Ich würde auch noch mal bauen. Das hätte ich bestimmt nicht in jeder Zeit der Bauphase gesagt. Ich würde vor allem gerne noch mal bauen, weil es ist wunderschön geworden.
00:43:47: Es gibt keine Baufehler, aber man hat trotzdem so viel gelernt. Also ich würde jetzt, was ich gerade sagte, so was Naives wie mit der Regole. Man wird auch so viel ins kalte Wasser geworfen. Jetzt hat man einfach mehr Ahnung. Ich kann auch nur noch den einen Tipp mitgeben. Man muss teilweise unheimlich viele schnelle Entscheidungen treffen. Also ich weiß zum Beispiel noch, ich bin hier mal hingekommen, dann sollte der
00:44:08: Kran gestellt werden, was uns total gefreut hat. Der Kran kommt, los geht's. Und dann sagst du der Rohbauer nur, wir haben eine ganz große tolle alte Eiche hier auf dem Grundstück, der eine Riesenast muss ab. Ich sage, naja, der sollte doch ganz woanders stehen, der Kran, warum muss jetzt der Ast da ab? Nee, der Ast muss ab, da kann er doch nicht stehen, weil der Winkel vom Kran, die Kranbewegung an der anderen Stelle nicht geht. Der muss jetzt ab, sonst kann der Kran nicht kommen. Und dann sagst du, okay, dann kommt der Ast ab.
00:44:33: Und dann kommst du das nächste Mal, hier ist schön ist der Kamin. Und da dachte ich, wir müssen jetzt noch eben entscheiden, auf welche Höhe der Kamin kommt. Ja, okay, also ich habe noch nie einen Kamin gebaut. Was macht man denn so? Ja, 85, dann längst wieder mit dem Zollstock da,
00:44:56: musst du den auf den Boden vorstellen. schnelle Entscheidungen abgerungen. Ich glaube, manchmal kann man auch sagen, man darf auch eine Nacht für. Ja, dass man sich nicht so unter Druck setzen lässt. Ja. Genau, das ist auch ein guter Tipp. Das stimmt. Weil die wollen einfach ihr Ding durchdrücken. Ja. Und am Ende bist du aber der, der dann eben einen zu hohen Kamin hat oder zu niedrig oder wie auch immer. Ja, hast du noch sonst irgendwelche Erfahrungen gemacht, die du irgendwie jemanden noch so ans Herz legen würdest, wenn du sagst, wenn jemand nochmal neu baut? Ich glaube, das sind wirklich die ganzen schnellen Entscheidungen, die man im Rohbau treffen muss.
00:45:39: Weil das kann ich auch jedem sagen, ich kenne viele, die standen vor der Bodenplatte und dachten, oh Gott, wie klein ist das Haus? Die standen dann in den Räumen. Ich auch, in einem kleinen Badezimmer. Ich dachte, oh Gott, wie klein ist das? Je weiter der Bau fortschreitet, desto größer werden die Räume. Ich konnte es Fenster damit symmetrisch sein. Das ist manchmal Quatsch, weil die ist jetzt viel zu weit weg von der Türe. Nur das ist natürlich, wenn du vor so einem Haus stehst, was nur ein Rohbau ist und wo nochchen da und dann ist die Klingel in der Mitte.
00:46:25: Das siehst du aber dann erst am Ende, wenn es in einem Verbundsystem, Fassaden und die Klingel ist drauf, dann denkst du, ach warum ist die jetzt da in der Mitte? Also ich will nur sagen, ich glaube jeder, der plant, der durchdeckt das einmal, zweimal, dreimal. Es ist manchmal auch das vierte, fünfte Mal nochmal wichtig, so realistisch wie möglich ist, sich vorzustellen. Auch beim Öffnung der Fenster, du musst ja alles entscheiden. Bei dem Hausbau trifft man 10.000 Entscheidungen. Du musst entscheiden, geht das Fenster links auf oder rechts auf? Geht die Tür nach innen oder nach außen? Hinterfragt da auch der Architekt, gibt euch da standardmäßig die richtigen Dinge,
00:47:01: aber überlegt dann auch nochmal, wie ihr die Türe öffnen wollen würdet. Ja, okay. Bist du eher so ein Detailmensch oder so ein Generalist? Ich glaube schon eher ein Detailmensch. Und dein Mann? Mein Mann ist auch eher ein Detailmensch. Das heißt, okay, spannend. Weil bei uns ist es nicht so, dass mein Mann ist ein totaler Detailmensch und ich bin eher so fürs Grobe. Also ich will die Dinge voranbringen und tschakka tschakka und keine
00:47:25: Ahnung. Und er macht dann immer Details und das ergänzt sich ganz gut. Weil er ist dann nämlich auch der, der dann nochmal zehnmal überlegt, ob die Klingel dann mit welchen Abstanden und wo die genau sitzen muss. Und das ist, glaube ich, ganz wichtig, dass oder eine gute Ergänzung, wenn man eben sich für das Detail interessiert beim Neubau oder generell beim Bauen, weil man eben so viele Entscheidungen treffen muss. Und wenn man das nicht ist, will ich, kann ich nur aus meiner Erfahrung sagen, ist es gut einen Detailmenschen zu haben, ob das der Partner ist oder der Architekt, wer auch immer, der dann sich dann wirklich
00:47:59: nochmal Gedanken macht. Weil wenn man immer nur das macht, was der Handwerker schnell durchdrücken will, weil er dann Feierabend machen will, dann entstehen viele pragmatische Entscheidungen. Genau, also es gibt super Handwerker und ich will da jetzt gar kein bächen, aber es gibt auch welche, die haben halt noch andere Sachen, die sie erledigen wollen und deshalb leiden da manchmal vielleicht auch ein paar Entscheidungen. Ich hätte noch einen dringenden Tipp zu den Bädern ab der Grundrissplanung. Für mich war dann immer klar, da ist die Badewanne, da ist die Dusche, da ist das WC,
00:48:31: da ist, wer hat da alles gedacht? Das haben wir auch, wir haben das alles. Aber in diesen Gro-Grundrissplanungen ist oft nicht berücksichtigt, wo liegen denn die Rohre? Wie tief willst du die Vorstände haben? Ich habe zum Beispiel oben im Bad, da hätte ich gerne den Vorstand vom Spiegel zum Badezimmer ein bisschen tiefer. Da kann ich jetzt ein paar Problems hinstellen. Aber das sind so Sachen bei den ersten Grundrissen, da bist du noch so im Großen unterwegs. Oder ich wollte immer durchgezogene, lange Nischen in den Duschen. Also lieber die ganze Breite gehen. Das ging jetzt gar nicht, weil die Hore da verlaufen. Das sind so Sachen, also wenn ich jetzt noch mehr Geld hätte und blablabla, dann hätte
00:49:07: ich für die Bäder noch einen Innenarchitekten genommen. Ah ja, okay. Und die Bäder toll geplant, weil man da einfach auch da sehr naiv ist. Und dann ist das Nächste bei den Bädern nochmal der Fliesenspiegel. Das werde ich auch nie vergessen. Dusche mit 78 cm. Irgendwann geplant. Dann hieß es irgendwann im Herbst, jetzt fahrt man los und sucht euch Fliesen aus. Da bist du gar nicht, denkst du nicht, wie in die Grundrisse der Bäder.
00:49:30: Dann haben wir uns eine 75er mal 75 Fliese ausgesucht. Total verliebt, gekauft. Dann kommt die und dann sagt der Fliesenleger, naja, sie haben jetzt hier 78er Maße und eine 75er Fliese. Machen sie ein 3cm Stück oder soll ich sie halbieren? Dann lieber halbieren, weil es ein 3cm Stück ist. Das sind alles Sachen, die werfe ich niemandem vor. Wir waren verliebt mit dieser Fliese. Da nochmal gucken und auch bei Fugen, der Fugenspiegel ist auch total wichtig zu überlegen, wie verläuft der bei den Waschbecken. Das haben wir auch an einer oder neu machen lassen, weil das sonst echt so ein Knick in der Optik ist, wenn die Fuge irgendwie mit dem Wasserhahn und so. Da kann man auch gerne ganz, ganz viel drüber nachdenken.
00:50:09: Ah ja, okay. Oder sich einen Experten nochmal zurate ziehen, wenn es das Budget erlaubt und wenn man auch selber sagt, das ist mir jetzt zu viel. Genau, dass man sich dann nochmal einen Experten an... Wir haben das mit der Lichtplanung zum Beispiel gemacht. Wir haben dann, weil wir uns einfach total unsicher waren, wie viel Licht und wo und wo braucht man Licht und wann ist es zu dunkel und wann ist es zu grell. Da haben wir dann eben mal auf,
00:50:35: also jetzt nicht den ganzen Architekten beauftragt, sondern den Lichtplaner kommen lassen und mit denen sind wir mal zwei Stunden durchs Haus und dann haben wir fleißig mitgeschrieben, was er machen würde und welche Calvin, Calvin Zahlen und was es da alles gibt. Also sowas kann man sich bei manchen Sachen, wo man sich unsicher ist, nochmal Experten zurate ziehen. Also vielen, vielen Dank für das Interview Svenja. Ich finde, du hast ganz tolle Tipps gegeben. Ich glaube, man kann wirklich von deinen Erfahrungen super gut lernen und sich inspirieren lassen, wie man selber das ganze Thema Neubau angeht und auf was man alles achten muss.
00:51:13: Also nochmal vielen, vielen Dank für die ganzen Tipps. Gerne. Und ja, dann wünsche ich dir alles Gute und noch ein schönes Wochenende. Danke, Anna, das wünsche ich dir auch. War schön mit dir. Sodala, das war die Home-Story von Svenja. Ich finde die Geschichte wirklich total spannend, weil es zum einen das Risiko Altlasten und Schadstoffe nochmal aufzeigt, was man bei Fertighäusern jetzt gar nicht so auf dem Schirm hat. Und es zeigt mal wieder, was für krasse Überraschungen auf einer Baustelle kommen können. Aber cool finde ich auch, dass sich Svenjas Eltern im Alter eine kleinere Immobilie gesucht
00:51:54: haben, um der Tochter das Haus zu überlassen, die in ihrer jetzigen Lebensphase einfach mehr Platz braucht. Also das finde ich auch ziemlich cool. Ja, wenn euch jetzt diese Folge gefallen hat, dann teilt sie doch gerne mit Freunden, die auch gerade über das Thema Haus oder Wohnung kaufen nachdenken. Und manch von denen werden eventuell gerade Altbauten besichtigen.
00:52:17: Ja und für die könnte das Thema Altlasten und Schadstoffe dann auch interessant sein. Ja und wer keine frische Folge verpassen will, der kann natürlich meinen Kanal abonnieren. Also bis zum nächsten Mal. Ich freue mich auf euch. Bis dann. Ciao. Transcribed with Cockatoo
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